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Logik

Logos – Logoi – Logik

"Logik – die wichtigste Wissenschaft der Welt" ... titelte ein in Österreich populäres Informations-Journal (Profil Nr. 28, 7/2014) und feierte in einem Beitrag die Wissenschaftler der Informatik als die zur Zeit höchsten ‚Vernunftwesen' unseres Planeten! Es ist aus geistiger Sicht eine Freude zu hören, dass sich Logik im natur-, aber noch mehr im geisteswissenschaftlichen Bereich weiter durchsetzen könnte. Denn der Weg aus dem geistigen (geozentrischen) Gefängnis, welches die mosaisch-christlich-kirchlichen Institutionen für ihre Gläubigen errichtet haben, kann und wird nur über das dringend zu erweiternde, mit Erkenntnissen aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen vernetzte Denken erfolgen.
Die Wissenschaften – gleich ob Natur- oder Geisteswissenschaften – hinterfragen neben ihrer analytischen Vertiefung die erkennbaren Gesetzmäßigkeiten bzw. gesetzlichen Prinzipien, nach welchen sich kausal berechenbare und daher steuerbare Folgen (Wirkungen) ergeben. Es steht außer Frage, dass die Grundlagen hierfür die seit jeher gültigen, kosmisch-universellen Naturgesetze sind. Es sollte allen Menschen verständlich sein, dass aber auch jedes Individuum – grundsätzlich und ausnahmslos! – diesen Naturgesetzen unterliegt und bewusstes und unbewusstes Vergehen gegen diese Prinzipien kausal negative Folgen nach sich zieht.
Hierbei kann und soll uns die Logik helfen, die wissenschaftlich bereits erforschten Gesetze (z.B. in der Physik, Chemie u.a.) der Ordnungswelten zu suchen und zu finden, die unser Leben, unsere Alltagsstrukturen prägen. Es scheint, als sei dies wenigstens im Bereich der kommerziellen Technik – im abstrakten Bereich der Informatik (Software-Programmierung) – möglich geworden...

Bereits im "Faust" wies Altmeister J.W. v. Goethe einen um Rat suchenden Studenten auf Folgendes hin:

Student:
In diesen Mauern, diesen Hallen, will es mir keineswegs gefallen. Es ist ein gar beschränkter Raum, man sieht nichts Grünes, keinen Baum, und in den Sälen, auf den Bänken, vergeht mir Hören, Seh'n und Denken.
Mephistopheles:
Erklärt Euch, eh' Ihr weiter geht, Was wählt Ihr für eine Fakultät?
Student:
Ich wünschte recht gelehrt zu werden, und möchte gern, was auf der Erden und in dem Himmel ist, erfassen. Die Wissenschaft und die Natur.
Mephistopheles:
Da seid Ihr auf der rechten Spur; Doch müsst Ihr Euch nicht zerstreuen lassen.
Student:
Ich bin dabei mit Seel' und Leib; Doch freilich würde mir behagen, ein wenig Freiheit und Zeitvertreib, an schönen Sommertagen.
Mephistopheles:
Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen, doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewinnen. Mein teurer Freund, ich rat' Euch drum, zuerst Collegium LOGICUM! Da wird der Geist Euch wohl dressiert, in spanische Stiefeln eingeschnürt, dass er bedächtiger so fortan, hinschleiche die Gedankenbahn. Und nicht etwa, die Kreuz und Quer, irrlichteliere hin und her. Dann lehret man Euch manchen Tag, dass, was Ihr sonst auf einem Schlag getrieben, wie Essen und Trinken frei, Eins! Zwei! Drei! dazu nötig sei.

Obwohl sich aus naturwissenschaftlicher Sicht offensichtlich überall logische, kosmogesetzliche, sich prinzipiell wiederholende Strukturen erkennen lassen, unterliegt das Denken und Handeln auch heute noch vielfach einer ungeistigen Willkür! Dies speziell in den Geistes- und Kulturwissenschaften, welche zwar den Verstand – nicht aber die Vernunft fördern! Kosmos bedeutet im griechischen Urverständnis Ordnung. Ordnung lässt sich erkennen und logisch nachvollziehen. Nach Platon gilt es aus geistig-kultureller Sicht, dem jungen Menschen als höchstes Erziehungs- und Bildungsziel das Verstehen der kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu vermitteln. Nur dadurch kann er ein geistiger Ordnungsmensch werden!

Logos = höhere Einzelteile zu einer Einheit verbindende Vernunft; Geist (-Energie); Gott als unpersönlicher Sinngeber; allen erkennbaren Ordnungen übergeordnetes, höchstes unpersönliches Ordnungsprinzip.
Logoi = Mehrzahl von Logos.
Logik = Fähigkeit des kausalen, auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung basierendem Denkens; Denk-Kunst; Befähigung zur Verknüpfung kausal-gesetzlicher Zusammenhänge.
Analogie = Nutzung bestimmter, bereits erkannter Prinzipien, welche auch für andere Strukturen gültig sind. Beinhaltet die Möglichkeit, vom Kleinen auf das Große zu schließen – und umgekehrt! Die in einzelnen Naturgesetzen enthaltenen und definierten Prinzipien auf andere Strukturen und Ursache-Wirkung-Vernetzungen zu übertragen...

(Zeitschrift Welt-Spirale 9/10 2014, credit: © Coloures-pic - Fotolia.com ) << zurück