Aphorismen des Monats Oktober
Man kann mit dem Herzen und mit dem Gehirn denken. Mag sein, dass die Menschen die Tätigkeit des Herzens eine Zeitlang vergaßen, aber jetzt ist das Zeitalter des Herzens und wir müssen wieder in diese Richtung streben. Ohne das Gehirn seiner Aufgabe zu entheben, sind wir bereit, das Herz als führende Kraft anzuerkennen. Die Menschen haben dem Herzen eine Menge Einschränkungen auferlegt. Herzliche Regungen werden unterdrückt, das Herz ist nicht immer rein. Wir müssen die ganze Welt in die Sphäre unseres Herzens aufnehmen, denn das Herz ist der Mikrokosmos des Seins. Wer von der großartigen Bedeutung des Herzens nicht begeistert ist, schmälert seine eigene Bedeutung. Wir gebieten, sich nicht aufzuregen, nur Herzensgröße kann vom Gift der Reizbarkeit befreien. Wir sprechen von Aufnehmen, aber was könnte das ganze Meer enthalten außer dem Herzen? Wir denken an ferne Welten, aber nicht das Gehirn, sondern das Herz kann unbegrenzt denken. Daher dürfen wir das, was uns als Gefäß der Seligkeit verliehen wurde, nicht missachten.
Herz, § 277
Wollen wir auch keine einzige Lebensäußerung stillschweigend übersehen. Rufen wir unser Herz als Richter an, ob wir unsere Besitzungen aufrichtig dem Lehrer anvertrauen. Man kann schöne Worte aussprechen, doch im Herzen einen gegenteiligen Wunsch hegen. So lasst uns nicht die Alten bleiben, sondern lasst uns mit dem Herzen die Sprache der Feinstofflichen Welt hervorheben; die Menschen nennen das Gewissen.
Herz, § 282
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